VERBOTENES

Intoleranz*Zensur*Verfolgung

Der Kasseler Künstler und Rezitator Bernd P. R. Winter hat in Anlehnung an das documenta Projekt der argentinischen Künstlerin Marta Minujín The Parthenon of Books, zu sehen auf der documenta 14, ein spannendes Programm erarbeitet.

Er stellt in seinem Programm Autoren/innen vor, deren Bücher Opfer der Intoleranz ihrer Zeit geworden sind und verboten wurden. Zu hören sind: 

Goethe, Heine, Brecht, Ringelnatz, Hesse, Tucholsky, Kästner, Domin, Kaléko, Lasker-Schüler, Benn, Zweig. Alle diese Bücher aus denen Winter vorträgt waren auch im Kunstwerk The Parthenon of Books zu finden. Über Leben, Werk, Lyrik und Prosatexte vieler dieser leidenschaftlichen Pazifisten soll gesprochen und rezitiert werden. Winter verfügt über eine Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten Stimmungsbilder mit Körper, Gestik und Mimik darzustellen, nicht zuletzt mit seiner ausdrucksstarken Stimme.

Eine herzliche Einladung zu einem informativen und spannenden Kunstgenuss.

Über das Kunstwerk auf dem Friedrichs Platz in Kassel schreibt die Jornalistin Cecilia Caminos:

„Ein griechischer Tempel aus Büchern gebaut, die alle einmal irgendwo in der Welt verboten waren: Das ist eines der meist erwarteten Kunstobjekte auf der documenta 14 in Kassel. Der Tempel nach dem antiken Vorbild auf der Akropolis in Athen wird dann allerdings nicht fertig sein. Besucher können „mitbauen” und einst verbotene Bücher mitbringen, die wetterfest verschweißt per Kran an das Gerüst gehängt werden. Zum Ende der documenta sollen die gespendeten Werke abgehängt und an Besucher verteilt werden. Der Büchertempel sieht von weitem aus wie aus bunten Mosaiksteinchen gearbeitet. Ein erstes Exemplar gab es bereits 1983 in Buenos Aires kurz nach dem Ende der dortigen Militärdiktatur und dem Beginn der Demokratie. „Europa befindet sich derzeit in einem schrecklichen Stadium der Selbstzerstörung, weil man sich untereinander nicht versteht”, erklärt Minujín die Idee hinter dem Werk. „Dieser Parthenon des Friedens zeigt alle Verbote, die es in der Welt der Schriftsteller und Bücher gab – und wie die Politiker entscheiden, was die anderen lesen dürfen.” Schon als junge Künstlerin überraschte sie mit ihren Werken, Performances und Happenings. Popart-Künstler Andy Warhol gehörte zu ihren Freunden, dennoch war ihrem Schaffen die große Anerkennung seitens der Kritik nicht vergönnt. Die Einladung nach Kassel kam auch deshalb einer großen Genugtuung gleich.“

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