AUF EIN WORT

Lieder Lyrik Leben – KURT TUCHOLSKY 

„Wer Kurt Tucholsky war, hat Erich Kästner einmal mit einem melancholischen, zärtlichen Satz so umschrieben:
„Ein kleiner dicker Berliner, der mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten wollte.“ Deutlicher kann man es nicht ausdrücken.

Die HNA schreibt über das Programm: Querdenker, Spötter, Rebell, Pazifist: Kurt Tucholsky besaß viele Charakterfarben. Die Texte des Journalisten, Dichters und Schriftstellers waren nie aus dem Einheitsgarn der Mitläufer gestrickt. Unter dem Titel „Kurt Tucholsky – auf ein Wort“ gedachten Rezitator Bernd P.R. Winter und Martin Lüker des Publizisten nun im bestens besuchten Theaterstübchen mit Liedern, Gedichten und Essays aus seiner Feder. Das neue Programm gewährt tiefe Einblicke in die Biografie Tucholskys und bringt ihn dem Publikum auch menschlich sehr nah. Chronologisch zeichnen die beiden heimischen Künstler Tucholskys Leben nach und beginnen mit seinen ersten Veröffentlichungen in der „Ulk“, der Beilage des Berliner Tagesblattes. Die Zuschauer erfahren, dass Tucholsky seine publizistischen Tätigkeiten wegen der zunehmenden Dominanz des Nationalsozialismus 1932 einstellte. Und es geht auch um seine Ehen, Liebschaften und Scheidungen sowie seine mit dem Alter zunehmende Anfälligkeit für Depressionen. Das Programm verknüpft Tucholskys satirischen Witz mit den Talfahrten seines Lebens – ohne dabei emotional abzustürzen. Dafür sorgen schon die frechen Lieder Tucholskys, die Lüker zum Vergnügen des Publikums zumeist mit übersteigerter Melancholie singt, sowie die spitzbübischen Gedichte, die Winter mit pointierter Ironie vorträgt. Winter pendelt gekonnt zwischen zwischen theatralen und satirischen Nuancierungen und berührt mit Tucholskys leidenschaftlichen Apellen gegen den Krieg. Für das gelungene, kontrastreiche Programm gab es viel Applaus.

Bernd P. R. Winter Rezitation
Martin Lüker Klavier und Gesang

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